Bondage-Seile herstellen
Bondage Seile selbst herstellen
Warum bei Bondage-Seilen den Sadomaso-Zuschlag im Fachhandel bezahlen, wenn mit ein wenig Fleiß sehr preiswert hervorragende Bondage Seile selbst produziert werden können. Hanfseile sind bevorzugte Instrumente im Shibari, der japanischen Bondageform. Der Herstellungsprozess zieht sich zwar über mehrere Tage hinweg weil die gekochten Seile entsprechend trocknen müssen, aber dabei muss der Bondage-Meister nicht daneben stehen.
Bondage Seile werden von mir in der Regel in Sets aus 7 Seilen á 8 m zusammen gestellt. Das ist eine Empfehlung, die ich von Matthias Grimme übernommen habe. Im Seil-Versand besorgte ich mir also erst einmal eine 220 m Rolle Hanfseil mit 6 mm Durchmesser. Damit können einige Sets hergestellt werden. Die Preise für derartiges Material liegen bei 40 - 60 Euro pro Rolle, je nachdem wo man bestellt. Dazu noch eine Dose Schuhwachs auf Bienenwachs Basis. Gibt es im Fachhandel für Outdoor Zubehör und schlägt noch einmal mit ca. 20 Euro zu Buche. Alles zusmmen inklusive der Versandkosten also keine 100 Euro für drei komplette Sets Bondage Seile á 8 m und noch jede Menge Rest für einige Sonderlängen. Im BDSM-Fachhandel liegen die Preise für ein komplettes Set meist schon höher.
Beim Abschneiden der Stücke achte darauf, gleich entsprechende Knoten an die beiden Enden, etwa 5 bis 10 cm vor dem Ende, eines Seiles zu machen, damit das Ausfransen beim Knoten gestoppt wird. Dazu genügt ein einfacher Knoten. Jetzt muss die Chemie aus den Seilen herausgekocht werden. Dazu benutze ich einen alten Spaghettitopf in den pro Durchgang 3 Seile gelegt werden. Beim Kochen sollte die Küche gut gelüftet sein, denn der penetrante Geruch von kochendem Hanfseil ist nicht unbedingt angenehm. Wer die Möglichkeit besitzt sollte dazu mit einem Gas- oder Elektrokocher ins Freie ausweichen. Da beim Kochvorgang sehr viel Wasser verdampft ist es notwendig, immer wieder Wasser nachzugiessen. Der Vorgang muss überwacht werden, sonst brennen die Seile im schlimmsten Fall an. Nach 3 Stunden Kochzeit werden die Seile mit klarem Wasser gespült und dann über Nacht im Wasser stehen gelassen. Am nächsten Tag erfolgt ein erneutes Kochen, 3 - 5 Stunden lang. Dann wieder kräftig mit klarem Wasser spülen.
Für das Trocknen der Bondage Seile gibt es verschiedene Empfehlungen. Das Trocknen an der Luft dauert ca. eine Woche. Dazu sollten die Seile unter Spannung an einem gut gelüfteten Platz trocknen können. Es ist auch möglich, die Seile in einen alten Kopfkissenbezug zu stecken, in der Waschmaschine zu schleudern und anschliessend ca. 3 Stunden im Wäschetrockner trocknen. Das Eergebnis sind flauschig weiche Seile, fertig zur Weiterverarbeitung.
Zuerst werden die unangenehm stechenden Fasern mit einem Gasbrenner abgebrannt. Dabei muss zügig vorgegangen werden, da das Seil sonst verkokelt, wie auf dem Foto zu erkennen ist. Um das Foto aufzunehmen musste ich langsamer vorgehen und schon ist es passiert.
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Jetzt werden die Seile mit dem Wachs behandelt. Zentimeter für Zentimeter wird das Wachs in das Seil einmassiert. Das ist eine sehr langweilige und geduldsprüfende Aufgabe. Mit dieser Arbeit gebe ich dem Seil seine Seele, deswegen lasse ich es auch nicht von einer Sub erledigen. Wer weniger mythisch denkt kann das natürlich Subby erledigen lassen. Nach der Wachsbehandlung ist das Seil sehr geschmeidig und es passieren keine Brandverletzungen, wenn das Seil mal zu flott über die Haut gezogen wird.
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Zum Schluß wird ein fertiges Seil mehrmals unter Spannung durch einen Karabinerhaken oder an einem Türgriff entlang gezogen, damit das Wachs richtig tief eingearbeitet wird. Das war es dann schon.
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